Woher kommen die Milli-Joule ?                                              

Die Theorie
Die Primär-Kupferwicklung der Zündspule hat eine Induktivität. Sobald Strom durch diese Wicklung fließt entsteht ein Magnetfeld,
welches Energie aufbaut.
Die Formel dazu ist  E = I² x L /2.  Um die Energie für den Funken zu nutzen, muss diese aber gespeichert werden. Dafür hat die Zündspule einen
magnetischen Stahlkern aus Trafoblech.      -> Soweit die Theorie.

Die Praxis

Die in der Primär-Kupferwicklung aufgebaute Energie wird im Stahlkern gespeichert. Durch kompakte Bauweisen ist dabei das Volumen der Trafobleche
relative stark eingeschränkt. Das führt zu einer meist schnellen magnetischen Sättigung. Alle Energie die jetzt noch dazugeführt wird, verwandelt sich
dann in Wärme. Folgend ein schönes Beispiel, wie theoretisch eine "Hochleistungs-Zündspule" gerechnet werden kann, die dann in der Praxis nicht
so kräftig wie sich so macher Händler das so wünscht. Die Zündspule wird von PVL in Deutschland gefertigt und besteht aus den folgenden Einzelteilen: 

1) das Gehäuse    2) die Hochspannungswicklung    3) die Primärwicklung    4) der Stahlkern aus Trafoblech

Diese spezielle Zündspule hat auf der Primärseite einen Widerstand von 2,3 Ohm und eine Induktivität von 6,6 mH.
Mit der obigen Formel hat die Zündspule bei 12,5V scheinbar 97mJ . Jedoch ist der Stahlkern derart klein, dass dieser
bei ca. 25mJ bis 28mJ in die Sättigung kommt.  Die Händlerangabe  "Hochleistung"  ist reines Wunschdenken.
Zudem kann der Stahlkern seine Wärme nicht abführen. Risse im Verguss, oft mit Ausfall, sind die Folge.
Zum Vergleich: Die sehr schwache 6V Käfer Kontakt Zündspule hat so um die 32mJ.
Zum Vergleich: Die originale schwarze Bosch Boxer Spule hat etwas über 80mJ.


Der online Händler Schwindel
Mit den  "Wunsch-Zündenergien" sind so manche Online und Forum Händler auch von China Stabspulen betroffen.
Mit den kleinen, offenen Kernen sind nur Energien um die 40mJ bis 50mJ möglich. Werden aber im Internet gern als
größer 90mJ angeboten. Die teilweise schlechtere Qualität von China Trafoblechen lassen wir mal zunächst außen vor.
Übrigens, den Begriff  "Hochleistungs-Zündspule" hat Bosch am Markt eingeführt, mit den roten Spulen so um die 70mJ bis 80mJ.



                               
                                (c) www.parts4motos.de                                                                        (c) www.hallgeber-service.de                                                
                       Angabe >90mJ  -  Ist aber nur <45mJ                               Händlerangabe leistungsstark - ist aber leistungsschwach                       

      
            (c) www.fernreiseteile.de                                                         (c) www.motoren-israel.com  

Die Händler-Angaben  "Hochleistungs-Zündspule"  oder  "leistungsstark" stimmen nicht, da die PVL Zündspule nur 25 bis 28mJ speichern kann.
Bei den vier Händlern werden online Kunden getäuscht.

 

 (c) www.pvl.de        Zündspulenhersteller mit korrekten technischen Angaben


 
Zündenergie im Vergleich
TEC MP10 -> 40-45mJ
TEC  MP08 -> 33-38mJ
PVL 2,4Ohm -> 25-28mJ
PVL 0,7Ohm -> 25-28mJ

Dyna Mini 3Ohm -> 35-40 mJ


                                             Warum Power-Zündspulen ?                                                 

Der Zündbedarf
Klassische 4Takt Motoren haben um das maximale Drehmoment den geringsten spezifischen Verbrauch und den geringsten Bedarf an Zündenergie von ca. 30mJ bis 40mJ. In den unteren Drehzahlbereichen, wo die Gemischbildung sich erschwert und der spezifische Verbrauch sich erhöht, steigt der Bedarf an Zündenergie teilweise drastisch an. Je nach Brennraum, Auspuff und Steuerzeiten kann sich der Zündbedarf verdreifachen = 90mJ bis 120mJ. Im Bereich der maximalen Leistung und beim Beschleunigen steigt der Benzinbedarf und auch der Zündbedarf. Mit der Verdoppelung der Energie auf 60mJ bis 80mJ kann auf der Straße oder der Rennstrecke eine sehr gute Leistungsentfaltung erzielt werden.

Um diesen erhöhten Bedarf zu decken und damit einen satten, agilen Durchzug bei allen Drehzahlen zu erhalten bieten wir Hoch-Energie-Zündspulen an.

Die Schaltverluste
Die Zündspulen erzeugen beim Abschalten einen induktiven Spannungsanstieg, der zur Hochspannung transformiert wird Bei dem Unterbrecher-Kontakt als Schalter sind die elektrischen Verluste sensationell gering und betragen ca. 0,2V bei der DensoCoil. Bei 13V Bordspannung stehen daher 12,8V zur Verfügung und die Zündenergie ist hier am höchsten: 46mJ (milli Joule).
Bei der Transistor-Zündung werden zwei Typen unterschieden. Die normale Transistor-Zündung für hochohmige Spulen (Lucas, Boyer, Piranha, Dyna) mit Verlusten von ca. 1,8V und die Transistor-Zündung mit Strombegrenzung für niederohmige Spulen (Bosch, DMC, Marelli) mit Verlusten bis zu 2,8V. Bei den letzten reduziert sich die Zündenergie auf mickrige 29mJ.

Bei den SILENT HEKTIK Zündanlagen wird MosFet Technik für die Endstufen verwendet um geringste Verluste zu erhalten. Bei der DensoCoil entstehen 0,9V Verluste womit sich die Zündenergie auf 41mJ reduziert.
Für satten Durchzug von unten macht der Einsatz von SH Power-Zündspulen dann richtig Sinn. Mit der MonoCoil enstehen nur 1,1V Verluste und damit eine Zündenergie von 102mJ bei 13V Bordspannung.

Fazit:
Durch Halbleiter-Verluste und für maximalen Durchzug aus dem Keller sind spezielle Hochenergie Zündspulen sehr sinnvoll. 


---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------



... und die Power wird mit dir sein !